Tanzverbot an Karfreitag – unglaublich aber wahr!

Von un loco • 8. April 2009 • Kategorie: Nachtgedanken

osterhase.jpg In einer multikulturellen Gesellschaft wie der deutschen ist heute vieles anders als zur Zeit unserer Väter oder gar Grossväter. Waren zur damaligen Zeit die Fasten- und Feiertagsrituale für alle Bürger im Wesentlichen klar festgelegt, bzw. durch gesellschaftliche de Fakto Normen definiert, so spaltet sich heute die Gesellschaft in unterschiedlichste Gruppen.

Für viele ist es eine Hiobsbotschaft zu erfahren, daß das Osterfest weder vom Lidl noch vom Aldi erfunden wurde, auch wenn diese stark daran partizipieren. Tatsächlich wurde es von den Christen begründet; und darin liegt auch schon die Krux. Neben den Christen gibt eine Vielzahl weiterer Religionsgruppen, die ihre Fastenrituale zum Teil zu anderen Jahreszeiten pflegen. Außedem gibt es noch die sogenannten Atheisten, denen die Fastenproblematik am verlängerten Kreuz vorbeigeht.

Eines gilt jedoch für alle, die sich in Deutschland aufhalten, egal ob als Bürger, als Asyl suchender oder als Reisegast: das Tanzverbot an bestimmten Feiertagen, ganz besonders am Karfreitag. Das Tanzverbot ist in Deutschland ein ländergeregeltes Verbot von Tanzveranstaltungen an bestimmten hohen christlichen (z. B. Karfreitag, Totensonntag) und staatlichen (z. B. Volkstrauertag) Feiertagen. Das Verbot wird aus dem Grundgesetz hergeleitet, das den Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage als „Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ (Art. 140 GG i. V. m. § 139 WRV) unter besonderen gesetzlichen Schutz stellt. Aus der Sicht von Atheisten, Agnostikern und Andersgläubigen beinhaltet das Tanzverbot eine Sonderstellung des Christentums und damit einen Verstoß gegen die Neutralitätspflicht des Staates in weltanschaulicher Hinsicht.

Um so mehr hat es mich gefreut, zu erfahren, daß das La Boca in Bochum, wo sich üblicherweise Sodom und Gomorrha ihren lasziven Tangogelüsten hingeben, am Karfreitag Abend zu einer interkulturellen Stätte des Austausches wird, in der sich Personen gemeinsam meditativ mit einem anderen Menschen bewegen und sich darin üben, sinnlich “zu sich und dem Anderen” zu gelangen. Um diese religionsübergreifende Mediation zu unterstützen werden musikalische Hilfen, wie etwa “getragene” traditionelle Argentinische Klänge sowie Musik vom Rio de la Plata gespielt.

Also, wer am Karfreitag nicht nur öde abhängen will, sollte abends nach Bochum pilgern. Wenn der Geist willig, aber das Fleisch schwach ist, so wird vielleicht dieser Abend dazu beitragen, daß auch der Mediationspartner der erotischsten Tanguera sich vom Saulus zum Paulus wandelt. Daß an diesem Abend niemand in Sack und Asche gehen muss, versteht sich von selbst. Ich bin sicher, daß die Herren in angemessenem Schwarz und die Damen in einer Kombination, vielleicht Schwarz-Blutrot gehen werden.

Und so rufe ich euch zu: Vergesset den schnöden Mammon, schüttelt euch den Staub von den Füssen und findet zueinander im Land, wo Milch und Honig fließen.

Für Details: siehe Wikipedia


Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, so werde registrierter Benutzer, schreibe einen Kommentar und profitiere von weiteren, phantastischen Möglichkeiten.

  • Share/Bookmark


Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

    keine