Renato Borghetti – Hamburg – Fabrik

Von un loco • 2. Februar 2008 • Kategorie: Termine
13. Februar 2008
21:00

borghetti039.jpg(cultureworks.at) Mit brasilianischer Musik assoziiert man Bossa und Samba. Musik jedenfalls von jazzig-lyrischer Laszivität oder afrikanischer Perkussivität. Renato Borghetti indes kommt von einem anderen ethnomusikalischen Planeten: dem südbrasilianischen Rio Grande do Sul, der Heimat der Gauchos, der südamerikanischen Cowboys, die musikalisch mehr mit dem benachbarten Argentinien teilen und unverwechselbare Formen wie den Chamamé, den Chacarera oder die Milonga hervorgebracht haben. Der charismatische Gaucho ist eines jener musikalischen Unikate, die lokale Traditionen mit der Muttermilch aufgesogen, individuell weiterentwickelt und mit weiteren Formen (wie Tango, Samba und Jazz) durchsetzt haben.

Renato Borghetti oder “Borghettinho”, wie ihn seine Fans liebevoll nennen, nimmt Platten seit Anfang der 80er Jahre auf. Er stand mit Stéphane Grapelli ebenso auf der Bühne wie mit Ron Carter oder Hermeto Pascoal, und die erste seiner mittlerweile 20 CDs war auch die erste Instrumentalplatte Brasiliens, die je Gold gewann. Seine frontale, von Souveränität und Spielwitz geprägte Darbietung erinnert etwas an das Feeling des Cajun und Zydeco Louisianas – und wie dort verbindet sich auch hier Europäisches mit Afrikanischem, konkret: spanisch-italienische Melodik mit afroamerikanischer Rhythmik. Trotz aller Experimente bleibt Borghetti durch und durch Gaucho, wie er durch sein Bühnenstyling stolz betont, mit langem Haar, Schlapphut und weiten Hosen. (Pressetext)


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