Ein musikalischer Abend ohne Tango?

Von un loco • 4. Dezember 2009 • Kategorie: Allgemein •
img_9618.jpg Nicht ohne Stolz begrüsste Rita Zimmermann rund 100 Gäste zu einem musikalischen Abend mit Jean-Claude Séférian und Familie, zu welchem Frau Zimmermann ins neu gestaltete Zmanns in Hohenholte eingeladen hatte. Jean-Claude Séférian, der  zunächst klassisches Klavier am Konservatorium von Nizza, später in Münster bei Emil Schmidt und Gregor Weichert studierte, war dieser Einladung gern gefolgt. Seit 1983 ist der gebürtige Franzose Klavierlehrer an der Musikschule Nienberge, für die er mehrere Musicals komponierte.

An diesem Abend bot er französische und deutsche Lieder; das Weihnachtsthema stand im Vordergrund und wurde angenehm durch Jazzstandards wie “The Autumn leaves” oder “you must believe in spring”ergänzt. Gesanglich begleitet von seiner bezaubernden Tochter Marie lieferten die zwei überzeugende Soli und Duette. Einzig beim Christmas Song hätte ich mir für Marie eine leichter zu erreichende Tonlage gewählt, doch mit Bravour erreichte sie auch diese Höhen. Die Duette lebten schliesslich vom diametralen Konsens der Stimmen, gebildet durch den gewollt rauhen Chanson-Bariton einerseits sowie die filigrane, mit jazzigem Timbre versehene Stimme Maries am anderen Ende der Tonleiter.

img_9584.jpg „Petit Papa Noël“ wurde ebenso enthusiastisch vorgetragen wie Werke von Aznavour, Brel, Brassens und ja – Charles Trenet. Das Herz des Tangotänzers in mir hüpfte, doch Trenet schrieb bekanntermassen nicht nur den Vals “la mer”. Trotzdem – auch dieser Titel war ein Genuss.

Das begeisterungsfähige Publikum feierte Familie Séférian, die am Klavier kaum sichtbar, aber sehr präsent durch Christiane Rieger-Séférian begleitet wird, mit jedem Applaus. Nicht zur Familie, aber zweifelsohne zum Ensemble, gehört der polnische Akkordeonist Piotr Rangno. Er überzeugte durch einfühlsame Begleitung und sinnliche, teils aber auch rasante Soli. Der Tanguero in mir nahm’s dankend entgegen!

Alles in allem ein sehr gelungener Abend, zum dem auch die angenehme Atmosphäre im neuen Zmanns in Hohenholte ihr Übriges tat.

Ich jedenfalls freue mich auf weiter künstlerische Darbietungen, es muss ja nicht immer Tango sein – darf aber gern!

Der Veranstaltungskalender 2010 für das Zmanns befindet sich auf deren Website.

Wer das konzert verpasst hat kann sich hier über weitere Termine im Umkreis informieren.


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