Es waren einmal viele Milongueros, die machten sich auf, nach Osnabrück ins Piesberger Gesellschaftshaus zu kommen, trotz des WM-Spiels Brasilien gegen den Rest der Welt.
Hier war es eigentlich wie immer. Das gutgelaunte Tanzlehrerpaar Andrea und Ralf mischte sich eifrig tanzend unter das breit gefächerte Publikum.
Marcella, die gute Seele dort, versorgte alle, die es wollten, mit Getränken und der ein oder anderen süßen Kleinigkeit aus ihrem Überraschungskörbchen. Ihr südamerikanischer Dialekt umschmeichelte das Ohr und ließ mich sehnen. Sehnen nach südamerikanischer Lebensfreude, nach großen Metropolen namens Montevideo und Buenos Aires. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück doch so nahe liegt. Eben in Osnabrück.
Viele Frauen fehlten an diesem Abend.
Ein Zustand, der den anwesenden Damen durch häufiges tanzen dürfen, schmerzende Füße bereitete und die Vermutung aufkommen ließ, ob in der modernen, emanzipierten Welt lieber die Frauen mit schwarz, rot, gelb geschminkten Gesichtern und Vuvuzelatröten den Fernseher oder die Großleinwände belagerten und die Männer lieber tanzen gingen?
Wie schon geschrieben, die Frauen konnten oft und viel tanzen, bei den Männer hieß es hier und da: Warteschleife oder früher nach Hause gehen.
Die Musik wurde an diesem Abend von DJ Ralf traditionell gewählt und in Tandas gespielt. Es gab keine experimentellen Einschläge oder gar Anschläge für Ohren und Füße.
Mir persönlich hat, in Memoriam an Alfredo Marcucci, die Sequenz von vier Stücken, gespielt von Marcucci und seiner Combo, sehr gut gefallen. Schade, dass ich ihn nie live miterleben durfte.
Ich hoffe für Marcucci, dass er mit einem Lächeln auf den Lippen, einem Tango im Ohr und lieben Menschen an seiner Seite seinen letzten Weg gehen durfte.
Genießen wir das Leben, den Tango und die Musik, solange wir es noch können und dürfen.
Adios
Katharina Lindhammer
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